Die Geschichte der Schweiz
Wappen kanton Luzern:
Das Wappen des Kanton Luzern ist gespalten von Blau und Weiss.
Das Wappen geht aus der viel älteren Luzerner Fahne hervor, die jedoch nicht senkrecht, sondern waagrecht angeordnet ist. Die erste Darstellung des gespaltenen Luzerner Wappens findet sich im schönen Stadtsiegel von 1386.
Das abweichende Wappen wird zurückgeführt auf das Siegel des Luzerner Schultheissen und Ritter Petermann von Gundoldingen.
Über die Farbwahl des Luzerner Wappen gibt es verschiedene Hypothesen, deren Quellen aber nicht gesichert sind:
HYPOTHESE 1: Die Farben Blau und Weiss soll die Nähe zu den Grafen von Lenzburg zeigen, die im 11. und 12. Jahrhundert die Stadt Luzern zu ihrem Herrschaftsgebiet zählten und in ihrem Wappen eine blaue Kugel auf weissem Grund trugen. (Wie sie die Kleinstadt Lenzburg noch Heute trägt).
HYPOTHESE 2: Die Übernahme der Wappenfarben der mit der Luzerner Geschichte eng verbundenen Ministerialgeschlechter von Hunwil-Eschenbach und von Littau (ähnlich wie bei den Lenzburgern).
HYPOTHESE 3: Die gute Fernwirkung des heraldischen Bildes.
HYPOTHESE 4: Die im 13. Jahrhundert noch fehlende Beziehung zu den Farben Schwarz Gelb und Rot des Reichsbanner. (Luzern erscheint erst nach der Schlacht von Sempach 1386 in den Urkunden als reichsfreie Stadt.)
HYPOTHESE 5: Die notwenige Unterscheidung von den wahrscheinlich älteren Bannern von Uri, Schwyz und Unterwalden mit ihren Farben Rot, Weiss, Gelb und Schwarz. Grün war damals in der Heraldik nicht üblich.
HYPOTHESE 6: Nicht wirklich überzeugend, aber sehr hübsch ist die Theorie des Luzerner Heraldikers Joseph M. Galliker, weiss symbolisiere den ewigen Schnee am Horizont und blau das Wasser des Vierwaldstättersees.
HYPOTHESE 7: Der Einfluss von Blau als Farbe der Muttergottes Maria, die in Luzern hohe Verehrung genoss.
BILD: Wappen des Kantons Luzern.
Bildquelle: Wikipedia
Textquelle: Wikipedia / Buch: „Wappen und Fahnen der Schweiz“ von Louis Mühlemann, Reich Verlag Luzern 1977
Das erste Siegel der Stadt Luzern
Das erste und älteste bekannte Siegel der Luzerner Bürgerschaft unterscheidet sich in Form und Darstellung deutlich von den späteren Ausführungen. Es besitzt die Gestalt eines dreieckigen Schildes, umgeben von der Umschrift:
☩ S. CIVIVM LUCERNENSIVM
(Siegel der Bürger von Luzern)
Als Siegelbild erscheint ein schräg von links unten nach rechts oben verlaufender Balken, der mit drei vierblättrigen Rosetten verziert ist. Die Herkunft und Bedeutung dieser Darstellung lässt sich heute nicht mehr eindeutig bestimmen.
Es ist anzunehmen, dass Luzern im Jahr 1243 noch nicht über ein eigenes Stadtsiegel verfügte. Denn an einer auf den 24. August 1243 datierten Urkunde ist neben dem Siegel des Landes Uri lediglich jenes des Gotteshauses Luzern angebracht – nicht jedoch eines der Stadt.
Nur zwei Jahre später hingegen tritt die Stadt Luzern (als Cives Lucernenses) erstmals in einer Urkunde als Mitbesieglerin auf: in einem sogenannten Vergabungsbrief. Diese Quelle gilt als die erste bekannte schriftliche Erwähnung des städtischen Siegels – auch wenn die zugehörigen Siegel selbst in diesem Fall leider fehlen.
Erhaltene, gut konservierte Exemplare des Siegels finden sich dagegen an mehreren Urkunden des ehemaligen Frauenklosters Rathausen, die heute im Staatsarchiv Luzern aufbewahrt werden – etwa vom 28. Juli 1259 und 2. Oktober 1261. Auch eine Urkunde des Klosters Engelberg vom 24. Juni 1279 trägt dieses Siegel in erkennbarer Form.
BILD: Das erste Siegel der Stadt Luzern
Bild- & Textquellen: Buch «Die Städte – und Landessiegel der Schweiz» von E. Schulthess, Zürich, 1853
Luzern – Die erste Stadt in der Eidgenossenschaft (1332)
Im Jahr 1332 schloss die wirtschaftlich bedeutende Stadt Luzern ein Bündnis mit Uri, Schwyz und Unterwalden – eine für das 14. Jahrhundert bemerkenswerte Allianz zwischen einer Stadt und drei ländlichen Talschaften. Mit diesem Schritt wurde Luzern zur ersten Stadt in der jungen Eidgenossenschaft.
Der Bündnisschluss war wohl zunächst eine Reaktion auf den Thronstreit zwischen dem Habsburger Friedrich dem Schönen und Ludwig dem Bayern (1314–1325), der auch die Region rund um den Vierwaldstättersee in feindliche Lager gespalten hatte. Das Bündnis sollte Stabilität bringen und Luzerns politische Handlungsfähigkeit stärken.
Ob sich die Verbindung gezielt gegen die Habsburger richtete, ist historisch umstritten. Fest steht jedoch, dass Luzern damit den Wunsch nach mehr Selbstständigkeit signalisierte. Um einen offenen Bruch mit Habsburg zu vermeiden, versicherten die vier Vertragspartner im Bündnisdokument ausdrücklich, die bestehenden habsburgischen Rechte zu respektieren.
Bereits kurz nach dem Vertrag von 1332 verzichtete Luzern auf eine Teilnahme am österreichischen Landfrieden von 1333. Stattdessen stellte sich die Stadt mehrfach an die Seite der Waldstätte und Zürich und führte mehrere kriegerische Auseinandersetzungen gegen die Herzöge von Habsburg – insbesondere in den Jahren 1334–1336 sowie 1351–1352. Erst in den 1450er Jahren wurde die Zurückhaltung gegenüber Habsburg allmählich aufgegeben.
BILD: Bündnisvertrag zwischen Uri, Schwyz, Unterwalden und Luzern, 1332.
📍 Zu sehen im Bundesbriefarchiv Schwyz
Quellen:
– Bundesbriefarchiv Schwyz
– Historisches Lexikon der Schweiz
– Wikipedia
Namensherkunft Horw
Der Ortsname Horw lässt sich vom mittelhochdeutschen Wort „hor“ sowie vom gotischen „hurwin“ ableiten – beide Begriffe bedeuten Schlamm oder sumpfiger Boden. Damit verweist die ursprüngliche Namensbedeutung direkt auf die Bodenbeschaffenheit des Talgrunds, auf dem die Siedlung entstanden ist.
Die erste urkundliche Erwähnung des Namens findet sich im Jahr 1231:
Walter von Hochdorf und seine Frau Berchta vermachten in einer Schenkung ihre Güter bei „horwe“ sowie einen Zehnten im Moss dem Kloster des Heiligen Leodegar in Luzern. Damit ist die Ortsbezeichnung bereits im Hochmittelalter belegt.
Aus sprachwissenschaftlicher Sicht ist bemerkenswert, dass die Konsonanten „b“ und „w“ in der Entwicklung des Deutschen eng verwandt sind. Sie können sich im Lauf der Zeit wechselseitig ablösen, ohne dass sich klar bestimmen lässt, welche Lautform älter oder ursprünglicher ist.
Der Name „Horw“ geht auf die Dativ-Konstruktion „ze horwe“ zurück.
Das darin enthaltene „w“ wurde im Spätmittelhochdeutschen noch als stimmhafter bilabialer Reibelaut ausgesprochen – also mit beiden Lippen. Diese Ausspracheform begünstigte eine Lautverschiebung vom „w“ zum „b“.
In Alltagssprache und Aussprache hat sich deshalb „Horb“ durchgesetzt – ein Lautwandel, der sich in vielen ähnlichen Ortsnamen beobachten lässt. Die Schreibweise „Horw“ hingegen folgt der im 19. Jahrhundert eingeführten amtlichen Kanzleisprache, hat sich aber im mündlichen Gebrauch nie ganz durchgesetzt.
Auffällig ist, dass viele Orte mit ähnlicher sprachlicher Herkunft – etwa „Horb“ – an Gewässern oder in ehemaligen Sumpfgebieten liegen. Auch dies unterstreicht die enge Verbindung zwischen Ortsnamen und topografischer Realität.
BILD: Ortsname „Horw“ mit dem Gemeindewappen im Hintergrund
Textquelle: Gemeinde-Infotafel Horw

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